Samstag, 11. Mai 2013

Fingerübung am Ende des Tages oder Ratlosigkeit beim Bloggertreffen

cc-by-sa, Dorothee Janssen
Wenn wir das ganze Leben unter den Zuschreibungen "richtig" und "falsch" verstehen könnten, sähe es zwar besser geordnet aus, wär aber auf ein mal tot (denke ich, sagt nicht das Lehramt).

Nahrungsauswahl: richtig oder falsch
Freunde: richtig oder falsch
Lektüre: richtig oder falsch
Mundaufmachen und reden: richtig oder falsch
Schweigen: richtig oder falsch
In den Zug einsteigen: richtig oder falsch
Zahnpasta kaufen: richtig oder falsch


Mein Gesprächspartner erzählt mir, wie er dahin gekommen ist, wo er ist. Das ist interessant. Er will, dass auch ich dahin komme. Das verstimmt mich.
Wir müssen nicht dieselben Freunde haben, die gleichen Bücher lesen, dasselbe reden, in den einen Zug steigen, ... um katholisch zu sein. Ich muss nicht einmal klären, ob mein Gegenüber katholisch ist. Denn es ist nicht mein Verdienst, dass ich katholisch getauft bin und an Gott glaube.

Jetzt ist mein Gegenüber verstimmt. Ich würde ihm gern erzählen, wie mein Leben verläuft und was mich froh macht und was mir schwer fällt. Aber er soll mich nicht richten. Also schweige ich lieber und schmiere ihm Zahnpasta unter die Klinke, damit er daran erinnert wird, dass

Ach, eigentlich hätte ich mich lieber über das Lesen und Schreiben von Codes ausgetauscht und über Erfahrungen mit Plattformen und wie man einen Server betreibt und so Sachen, als darüber, was in ein katholisches Blog gehört.

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